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Das Angebot an Membranen und Matrices für die Geweberegeneration wird immer grösser. Welches Produkt für welche Indikation am besten geeignet ist, ist in der Praxis nicht immer klar. Die Fortbildung Zürichsee organisierte daher am 27. Oktober 2012 einen „Workshop-Day" in Zürich, an dem drei erfahrene Referenten die Einsatzmöglichkeiten von Geistlich Bio-Gide®, Geistlich Mucograft® und Straumann® MembraGelTM vorstellten und die Teilnehmer die Materialanwendung trainieren konnten. 

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Erfahrungsaustausch vom 4. November 2011 in Luzern

Für die Extraktionsalveole stehen viele unterschiedliche Behandlungsoptionen zur Verfügung.

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In letzter Zeit wurde das Behandlungskonzept von Dres. Mattiola und Grimm an diversen Fortbildungskursen oder mittels der Socket Preservation Tool Box vorgestellt. Dieses Konzept wurde vom Praktiker für den Praktiker entwickelt, um mit minimalem Aufwand sehr gute Resultate zu erzielen. Am Erfahrungsaustausch mit 12 Zahnärzten zeigten die Dres. Zellweger und Mattiola diverse Fälle, welche Sie so behandelten.

Die Teilnehmer des Erfahrungsaustausches kamen zu folgenden Schlussfolgerungen:

  • Das Therapiekonzept ist sehr patientenfreundlich, da es minimalinvasiv ist.
  • Diese Technik ist geeignet für die Privatpraxis, da sie sehr einfach und risikoarm ist.
  • Durch die x-socket Technik kann häufig ein zweizeitiger Sinuslift vermieden werden.
  • Das Konzept lässt dem Behandler und dem Patienten alle Optionen offen (Implantat, Brücke, oder abnehmbare Lösung).
  • Die Ästhetik ist häufig das Hauptargument für das Füllen der Alveole.

Klicken Sie bitte hier um den ganze Bericht im PDF zu lesen!

 

Extraktionsalveolen und Weichgewebe im Blickpunkt

Rund 300 Zahnärzte besuchten das 3. Nationale Osteology Symposium, das vom 20. bis 21. Januar 2012 im WTC Zürich stattfand.

Regen Zuspruch fanden die am Freitagnachmittag durchgeführten Workshops der Partnerfirmen. So vermittelte zum Beispiel Dr. Beat Wallkamm (Langenthal) im Workshop „Die richtige Inzisionstechnik - Grundlage für das perfekte Weichgewebemanagement" den Teilnehmern, dass sowohl in der Parodontologie als auch in der Implantologie oder Oralchirurgie ein ästhetisch hochstehendes Resultat mit der individuell korrekten Inzision beginnt.

Im praktischen Teil wurde die Theorie in Praxis umgesetzt und die verschiedenen Lappentechniken am Tiermodell geübt. Da dieser Kurs innert Kürze ausgebucht war, wird er am 17. September 2012, diesmal im Hotel Four Points im Shilcity, wiederholt. Unter dem wissenschaftlichen Vorsitz der Professoren Daniel Buser (Bern) und Christoph Hämmerle (Zürich) präsentierten fünf Referenten aus der Schweiz, Frankreich und Spanien am Samstag neuste Daten zur Hart- und Weichgeweberegeneration.

Den Anfang machte Prof. Mariano Sanz (Madrid) mit einem Vortrag über die biologischen Veränderungen in der Extraktionsalveole. Die Studienlage zum Ausmass der Knochenresorption nach Zahnextraktion ist sehr heterogen. Viele Daten deuten darauf hin, dass die Dicke der bukkalen Knochenlamelle ein entscheidender Faktor hierfür ist. Als Massnahmen zum Knochenerhalt diskutierte Prof. Sanz die Ridge Preservation und die Sofortimplantation. Letztere geht oft mit starken Rezessionen einher und sollte vor allem im Frontzahngebiet nur sehr restriktiv eingesetzt werden.

Gemäss Dr. Vivianne Chappuis (Bern) steht der Praktiker häufig vor dem Problem, ein bestehendes Knochendefizit ausgleichen zu müssen. Die Kombination aus autologen Knochenchips (gewonnen mit Knochenmühle oder Knochenschaber), osteokonduktiven Knochenersatzmaterialien und einer Kollagenmembran hat sich für die Konturaugmentation nach Extraktion bewährt. Dr. Chappuis sprach sich zudem für eine Implantation vier bis acht Wochen nach der Zahnextraktion aus. Zu diesem Zeitpunkt ist die Defektmorphologie günstiger als bei einer Sofort- oder einer Spätimplantation.

Neue Techniken zur Verbreiterung der keratinisierten Mukosa und zum dreidimensionalen Weichgewebeaufbau präsentierte Dr. Daniel Thoma (Zürich). Autologe Transplantate sind für diese Indikationen nach wie vor der Goldstandard. Die Spenderstelle verursacht jedoch Schmerzen und Schwellungen, deshalb lohnt sich die Suche nach einem Ersatzmaterial. Neue Kollagenmatrizes wie Geistlich Mucograft® haben in zahlreichen präklinischen und klinischen Studien gezeigt, dass sie für die Verbreiterung der keratinisierten Mukosa autologen Transplantaten gleichwertig sind. Zudem entstehen weniger Schmerzen und Schwellungen, wenn kein Transplantat entnommen werden muss.

Nicht nur die Chirurgie, sondern auch die Prothethik hat einen Einfluss auf die Weichgewebeästhetik. Wie Prof. Urs Belser (Bern) ausführte, spielt das Emergenzprofil der provisorischen Versorgungen für die Formung des periimplantären Weichgewebes eine grosse Rolle. Prof. Belser achtet bei den Provisorien auf ein flaches und leicht konvexes Emergenzprofil, vor allem auf den ersten 2 mm. Interproximal hält er das Provisorium sehr schlank, damit sich natürliche Papillen bilden.

Zu wenig keratinisierte Mukosa, zu wenig Weichgewebevolumen und ein „dünner Biotyp" sind keine idealen Voraussetzungen für eine Implantation. Wie Dr. Sofia Aroca (Paris und Bern) aber in ihrem Vortrag anhand verschiedener Fallbeispiele zeigte, kann die periimplantäre Ästhetik durch Gewinnung keratinisierter Mukosa vor oder nach der Implantation verbessert werden. Hierfür können ein freies Schleimhauttransplantat, ein Bindegewebstransplantat oder eine Kollagenmatrix verwendet werden. Die Stabilität des Transplantats ist entscheidend und muss durch die richtige Nahttechnik sichergestellt sein. „Das Transplantat darf auf keinen Fall unfixiert bleiben", betonte Dr. Aroca.

Im Anschluss an die wissenschaftlichen Vorträge präsentierten Prof. Buser und Prof. Hämmerle Patientenfälle aus ihrer Klinik und diskutierten diese mit vier Experten. Von einer eher komplikationslosen Einzelzahnlücke bis hin zu komplexen Fällen mit Paro- und Endoläsionen waren alle Schwierigkeitsgrade vertreten. Die Diskussionen machten deutlich, wie viele Faktoren für die Behandlungsplanung berücksichtigt werden müssen.

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Für die tollen Bilder bedankt sich die Karr Dental AG herzlich bei Markus J. Feger.